Srebrenica – 20 Jahre nach dem Völkermord „Gegen das Vergessen“

Gedenkveranstaltung am 04.07.2015 vor dem Brandenburger Tor in Berlin ab 12:00 Uhr

Anlässlich des 20. Gedenktages zum Genozid an mehr als 8000 Bosniaken in der bosnischen Stadt Srebrenica ermahnt die bosniakische Gemeinde in Berlin vor dem Brandenburger Tor mit einem Totengebet und einer Mahnwache zum Gedenken an die unschuldigen Opfer von Faschismus, Hass und ethnischer Säuberung.

Die von serbischen Nationalisten begangenen Massaker, welches auf die Schaffung eines ethnisch homogenen serbischen Staates auch in Bosnien-Herzegowina abzielte, wurde durch den Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien sowie den Internationalen Gerichtshof als Völkermord klassifiziert. Es gilt als schwerstes Kriegsverbrechen in Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs.

Mit dem Entschluss des Europäischen Parlaments vom 15. Januar 2009 wurde der 11. Juli zum „Tag des Gedenkens an die Opfer des Genozids von Srebrenica“ erklärt. Mit diesem europäischen Gedenktag soll der dort ermordeten muslimischen Männer und Jungen gedacht werden sowie aller Menschen, die während des Kriegs im ehemaligen Jugoslawien Opfer von Gewalttaten geworden sind.

Die kleine ostbosnische Stadt Srebrenica erlangte am 11.07.1995 traurige Berühmtheit, als Ort des schlimmsten Verbrechens nach dem Holocaust in Europa, wo binnen weniger Tage mehr als 8000 Menschen auf die bestialischste Art getötet wurden. Trotz der UN-Präsenz und der als „UN-Schutzzone“ deklarierten Gebiete gelang es den serbischen Soldaten, unter Führung von General Ratko Mladić, die Schutzzone (UN-Resolution 824 vom 6. Mai 1993) einzunehmen und auf die eingeschlossene Bevölkerung loszugehen. Die UN-Schutzzone hätte laut Resolution auch mit Gewalt geschützt werden sollen. Die internationale Gemeinschaft ist auch heute noch mit dem Versagen ihrer Politik des Nicht-Eingreifens konfrontiert.

Resultat dessen ist ein Völkermord an den Bosniaken - Muslimen, ein Völkermord in nie dagewesener Brutalität. Neben den unzähligen Konzentrationslagern und Massengräbern wird dieses systematische Morden und die massenhaften Exekutionen in den Tagen nach dem 11.07.1995 zu einem Charakteristikum des Agressionskrieges in Bosnien und Herzegowina.

Der Völkermord in Srebrenica wurde von Europäern, Serben, an Europäern, Bosniaken, mitten in Europa verübt – unter den wachsamen Augen der Weltöffentlichkeit: Genocide live on air.
„Srebrenica ist die größte Schande in der Geschichte der Vereinten Nationen.“
Kofi Anan“ (ehem. UN Generalsekretär).

Wir gedenken gemeinsam an das „kosmische Gefühl der Verlassenheit“, Tatenlosigkeit der internationalen Gemeinschaft und europäische Inferiorität - Nie wieder Völkermord.

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